Interview: I Heart Sharks

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© CHPL London

Dieses Mal zum Interview haben wir einen jungen Künstler einer deutsch-britischen Band aus dem Indietronic-Sektor geladen, welche in Berlin ihre Wahlheimat hat: Pierre Bee von I Heart Sharks. Ein gewisser Hipsterfaktor verpackt in tanzbarer, elektronischer Pop-Musik und einer Liebe zu Haien.

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NFS: Es würde uns verwundern, wenn du diese Frage nicht schon zum x-ten Mal gehört hast: Wie schafft man es, eine Band mit verschiedenen Herkünften zu bilden und auch intakt zu halten? Wie habt ihr euch getroffen und wie ist die Band entstanden?

Pierre: Man muss einfach ganz viel Zeit miteinander verbringen können. Simon und ich haben uns in 2007 beim Feiern kennengelernt, Martin kam noch dazu als unser erster Drummer ausstieg, und Craig hat sich irgendwann auf Facebook gemeldet, dass er auch dabei sein wollte.

NFS: Wie kamt ihr denn auf den Bandnamen? Nicht jeder kann von sich behaupten, Haie so sehr zu mögen um auch die Band so zu benennen. Was hat zu der Entscheidung beigetragen?

Pierre: Haie sind gefährlich und wunderschön. Vielleicht geht es dabei darum, das Risiko auf sich zu nehmen um etwas Tolles zu schaffen.

NFS: Hat denn auch ein gern genannter Hipsterfaktor neben eurer Musik etwas zu eurem heutigen Erfolg und aktuellen Stand bei den Zuhörern sowie Tanzwütigen beigetragen oder hat es etwas mehr mit eurer Stilrichtung oder ganz anderen Faktoren zu tun? Oder würdest du eher sagen, dass alles zusammen euch und auch die Beliebtheit beim Publikum ausmacht?

Pierre: Hipster hat was mit „snob“ sein zu tun und das sind wir gar nicht. Wir sind einfach wir selbst – manchmal schön, manchmal hässlich – und das verstehen alle, die uns kennen. Am Anfang durften wir nur bei Hauspartys spielen, in einer Ecke oder auch im Treppenhaus. Die Nähe zu unserem Publikum haben wir nie vergessen.

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NFS: Lange Zeit ward ihr zu dritt unterwegs (Pierre Bee, Simon Wangemann, Martin Wolf), sei es im Studio oder bei Live-Auftritten. Warum habt ihr euch doch vergrößert bzw. wie kam dieser Schritt zustande?

Pierre: Früher habe ich immer den Bass auf meinem Synthesizer gespielt, aber irgendwann hat es mich genervt, dass ich nicht dabei herumtanzen konnte. Craig Miller war die perfekte Lösung.

NFS: Wie bereits eingangs angedeutet, gibt es euch schon etwas länger, genauer seit dem Jahr 2007, und ihr bleibt nach wie vor eurem Sound treu. Wie kam es jedoch bei euch dazu, in dieser Richtung aktiv zu sein? Hat da ein bestimmtes Vorbild von jedem auf dem Entscheidungsweg eingewirkt oder war die Jugendzeit hierzu prägend, wie es des Öfteren bei Bands oder Solokünstlern der Fall ist?

Pierre: Wir wollen Björn in Island heiraten, wir wollen mit Karin Dreijer durch den Moos rennen. Wir wollen mit Grauzone ein Eisbär sein, denn Eisbären müssen nie weinen. Wir wollen Wien mit Midge Ure besuchen, Rom dann mit Performance und wir wollen auf dem Mars mit David Bowie nach Aliens schauen. Wir wollen mit Jeans Team auf einem Bauernhof leben und Orlando Weeks nette Wörter beibringen während er sich die Zähne putzt.

NFS: Bis vor kurzem ward ihr auf der kleinen Hey Kid-Tour in 8 Städten in Deutschland unterwegs. Was habt ihr dabei erlebt oder hat eine Tour – egal in welchem Ausmaß – bereits eine gewisse Gewohnheit? Kann euch denn noch etwas überraschen? Habt ihr dennoch auch immer wieder mal die Zeit für ein bisschen Sightseeing, wenn ihr einmal vor Ort seid?

Pierre: Die Shows sind immer anders, die Menschen auch. Und meistens gibt es leider keine Zeit für Sightseeing: Wir fahren zwischen den Städten im Sprinter-Bus, hören Musik und trinken.

NFS: Nach vielen Jahren könnt ihr bereits auf ein Dutzend Auftritte zurückblicken, nicht nur bei uns in Dresden. Was war denn ein Auftritt, der euch in Erinnerung geblieben ist und warum?

Pierre: Einmal haben wir in einem Kaufhaus in Wilhelmshaven gespielt, das am Tag danach abgerissen werden sollte. Wir durften alles kaputt hauen. ALLES!

NFS: Dresden…ihr seid gefühlt jedes Jahr mindestens einmal bei uns zu Gast, zuletzt am 09.04.2016 im Beatpol. Wie gut kennt ihr denn bereits unsere Stadt bzw. habt ihr schon ein paar schöne Ecken für euch entdeckt, die ihr immer wieder gern aufsucht, wenn es die Zeit vor/nach einem Auftritt zulässt?

Pierre: Simon hat ziemlich lange in Dresden gewohnt und wir haben früher bei ganz vielen Techno-Partys gespielt, weil niemand uns in den normalen Läden buchen wollte. Die Gäste haben oft nur gestaunt und dann haben sie sich getraut zu tanzen. Wir haben es geliebt.

NFS: Ehrliche Antwort: habt ihr lieber Auftritte in kleinen Clubs, in Konzerthallen oder doch lieber im Freien zu z. B. Festivals?

Pierre: Clubs! Da kann am schnellsten Chaos herrschen.

NFS: Eure bisherigen EPs bzw. Alben kamen bei euren Fans sehr gut an, das Album „Summer“(Release 2011) wurde sogar von ihnen mitfinanziert. Wie nah steht ihr denn den Fans und auch dem Publikum bei Auftritten? Führt ihr auch ein paar Aktionen für sie durch?

Pierre: Wir finden sowas großartig. Damals waren wir die ersten, die das in Deutschland gemacht haben, jetzt ist es aber ganz normal. Wir müssen uns etwas bei der kommenden Platte ausdenken, was noch besser klappt.

NFS: Im Zeitalter der modernen Medien und sozialen Netzwerke, z. B. früher MySpace und heute Facebook, Twitter etc., kann jede Band und jeder Künstler eine enge Bindung zu den Fans aufbauen und auch halten. Wie wichtig sind diese Möglichkeiten für euch? Sitzt ihr persönlich noch hinter jedem Post und hinter jeder Nachricht?

Pierre: Auf jeden Fall. Manchmal vermissen wir es, die Bulletins auf MySpace zu schreiben und die Seite zu gestalten.

NFS: Nach all den Jahren mit vielen Auftritten und zahlreichen Veröffentlichungen, aktuell ist das frische Material mit „Hey Kid“ auf dem Markt: wie geht es in Zukunft weiter bei euch? Wird es eine Pause geben, mit der Ausnahme des Deichbrand Festivals im Juli, oder werdet ihr euch gleich wieder ins Studio zurückziehen? Was steht denn in diesem Jahr noch bei euch an?

Pierre: Unsere neue Platte heißt „Hideaway“ und kommt am 11. November!

 

Wir danken Pierre im Namen der 4 Jungs für die Zeit, welche er sich für uns genommen hat, und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg – auf ein baldiges Wiedersehen in Dresden!

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mf/dre