Interview: Kafka Tamura

Kafka Tamura 13.06.2015

Anlässlich ihres gestrigen Konzerts in der Scheune, Alaunstr. 36-40 in 01099 Dresden, welches bereits das 2. Konzert in Dresden für das Trio war, hatten wir das Vergnügen, Emma, Patrick & Gabriel von Kafka Tamura zu einem kurzen Interview zu treffen, um über ihre Entstehung, den bisherigen Erfolg, soziale Netzwerke, Shows in Deutschland und England sowie das neue Album „Nothing For Everyone“, welches am 14.08.2015 in die Läden kommen soll, zu reden.

 

NFS: Es ist nicht das erste Mal, dass ihr in Dresden spielt. Wo ward ihr bisher?

Gabriel: Das ist richtig, wir haben bereits im Thalia Kino vor ca. 1,5 Jahren gespielt, glaube ich…

Emma: …ja, es war wirklich vor 1 – 1,5 Jahren, leider schon wieder etwas länger her.

NFS: Da seid ihr Mal im Sommer wieder in Dresden und dann so ein Regenwetter. Konntet ihr euren Aufenthalt bisher dennoch genießen?

Gabriel (lacht):Leider ist es wirklich nicht toll heute, aber in Leipzig und England ist es derzeit auch nicht anders, also kennen wir es schon sehr gut.

NFS: Ich war bei eurem Soundcheck vorhin dabei, ihr habt einige Instrumente am Start, nicht nur Gitarre, Schlagzeug und Synthesizer. Was habt ihr denn alles mit, welche integriert ihr in eurer Musik bei Aufnahmen und bei Konzerten?

Patrick: Wir haben bei Konzerten sowie bei Aufnahmen die gleichen Instrumente dabei, da besteht soweit kein Unterschied.

Gabriel: Natürlich haben wir ein Schlagzeug dabei, aber auch technische Spielereien, Percussion-Elemente wie z. B. Shaker, dazu noch elektrischen Bass, Gitarre, Subbass‘, ein paar Synthesizer, Vocals und ein Grand Piano.

NFS: Ihr seid bereits seit nunmehr 3 Jahren in der gleichen Zusammensetzung? Ich habe eurem PR-Text entnommen, dass ihr euch viel über soziale Netzwerke ausgetauscht und auch darüber gefunden habt. Wie kam das zustande? Ihr kommt ja auch alle aus verschiedenen Orten wie Southampten…

Patrick: Genau, vor 3 Jahren, ca. Sommer 2012, haben wir uns erst getroffen und online uns größtenteils ausgetauscht.

Emma: Wir haben in der Zeit damals viel miteinander per E-Mail kommuniziert und Ideen ausgetauscht, ich glaube das ging ein halbes Jahr lang so. Im Januar darauf haben wir uns dann endlich mal im echten Leben getroffen und haben gleich unser Video zu „Somewhere Else“ aufgenommen.

Gabriel: Wir haben uns aber auch auf SoundCloud kennengelernt, damals suchten Patrick und ich jemanden, welcher mit uns eine Band gründen will, jedoch sollte es am besten ein Sänger aus England mit Akzent sein… Du kannst dir da bestimmt vorstellen, wie viele Demos wir durchgehört haben, es war echt eine Menge, da wir wirklich frei gesucht hatten, jedoch hatten wir unsere eigenen Vorstellungen des Sound-Bildes und es sollte eine Frau sein – aber am Ende fanden wir glücklicherweise Emma.

NFS: Auf Grund eurer Vorgehensweise bei der Suche nach einem Sänger und beim miteinander austauschen hört man heraus, dass auch für euch soziale Netzwerke extrem wichtig sind.

Emma: Ohne diese würden wir, glaube ich, gar nicht erst als Band existieren.

Gabriel: Für viele Bands sind die sozialen Medien sehr wichtig, auch für uns um unseren Fans etwas mitzuteilen oder über Neuigkeiten auf dem Laufenden zu halten, so hat man auch die Möglichkeit, in direkter Form mit ihnen auch zu reden, sich auszutauschen.

NFS: Ihr seid noch eine junge Band, dennoch ward ihr mit Milky Chance bereits auf Tour, welche aktuell zu den Großen gehören. Wie war das für euch? Was habt ihr dabei erlebt?

Patrick: Wir wir waren mit denen von Ende letzten Jahres bis Anfang diesen Jahres auf Tour, es war toll mit den Jungs!

Gabriel: Es war großartig, die Jungs sind richtig gut drauf, das ganze Team hat uns super unterstützt und gestalteten uns den Aufenthalt sehr angenehm, sie mochten auch unsere Musik… So hatten wir auf jeden Fall eine angenehme, lange Zeit miteinander. Wir sind sehr dankbar für diese Erfahrung, leider kann man nicht ewig miteinander touren, jeder muss auch irgendwann wieder seine eigenen Wege gehen.

NFS: Ihr ward aber nicht nur mit Milky Chance auf Tour, sondern hattet sogar eine eigene in Deutschland und England am Anfang eurer Bandgeschichte.

Emma: Das war wirklich ganz früh nach unserer Entstehung, ich glaube im ersten Sommer, wir hatten insgesamt 4 Shows in London, Winchester, Southampton, Portsmouth…

Patrick: …in Deutschland waren wir jedoch an sehr vielen Plätzen, quasi überall hatten wir mal ein Konzert, wir haben viel hier getourt.

Gabriel: In diesem Sommer werden wir noch auf kleinen Festivals spielen.

NFS: Ihr ward auch schon bei einigen Shows sogar der oder einer der Headliner…

Patrick: Leider nicht bei Festivals, jedoch bei diversen Club-Konzerten waren wir bisher Headliner, ähnlich wie z. B. heute auch in der Scheune.

NFS: Kommen wir mal kurz zu eurem Bandnamen, welcher doch recht untypisch für Außenstehende klingt. Wie wurde dieser geboren? Wer war der Ideengeber hierfür von euch?

Patrick: Ich hatte diesen Namen vorgeschlagen als Bandname, Kafka Tamura war ein beliebter Charakter aus einem japanischen Roman, ich laß ein Buch mit ihm vor langer Zeit und als wir damals die Band gründeten, ließ ich es durch Zufall wieder, so kam die Idee zu dem Namen zustande. Ich habe darüber lange nachgedacht, jedoch empfand ich den Namen als sehr angenehm für uns. Erst nach diesem Prozess habe ich meine Gedanken Gabriel und Emma mitgeteilt, sie ließen das Buch danach auch und der Bandname war geboren.

NFS: Es gibt bereits eine Menge anderer Indie-Bands. Was unterscheidet euch von diesen? Ist es der Sound, der Aufbau, die Stilistik, die Vocals etc.?

Patrick: Hmm…darüber haben wir noch nie so wirklich nachgedacht, wir wollten immer nur unser Ding machen und nicht auf die anderen achten. Natürlich hoffen wir, dass unser Sound für die Hörer anders klingt, dass er einzigartig ist und ihnen unsere Story gefällt. Wir sind halt nicht zusammen zur Schule gegangen und haben einfach eine (College-) Band gegründet (lacht).

NFS: In der kurzen Zeit nach Gründung der Band habt ihr bereits im sozialen Netzwerk Facebook bereits fast 5.000 Fans gesammelt, eine große Nummer. Wie habt ihr quasi euren Aufstieg miterlebt?

Gabriel: Es ist ein andauernder Prozess der Entwicklung bei uns, welchen wir sehr genießen, auch wie es wächst, aber unser Debüt-Album ist noch nicht einmal erhältlich, daher werden wir nicht herumrennen und -erzählen, dass wir etwas Neues erfunden haben, was super, außergewöhnlich usw. ist. Wir wissen halt, was für eine Arbeit dahintersteckt, welche Probleme man hat, daher kann man sich nicht so „speziell“ fühlen… Wir freuen uns Musik zu machen und Shows zu spielen, auch mitzuerleben, wie Kafka Tamura wächst. Es geht nicht immer nur um Likes, es gibt auch sehr talentierte Bands mit deutlich weniger Likes, das hat alles keine solche Aussagekraft, es gibt auch Fans, welche ohne z. B. Facebook leben oder nicht die Zeit dafür haben.

NFS: Was stehen demnächst bei euch noch für Shows an? Wo kann man euch noch überall sehen?

Gabriel: Wir hatten in den letzten Tagen ein paar Shows in Leipzig und Erfurt…

Emma: …und haben noch eine Show in London am 23.06.2015, danach am 14.07.2015 in Leipzig im Panometer auf der Sommerbühne.

Patrick: Hoffentlich wird das Wetter dann endlich besser sein, das Konzert ist Open Air (lacht).

Gabriel: Danach folgen noch einige Festivals im Sommer… Diese Shows gehören alle noch zu unserer Tour.

NFS: Handelt es sich dann schon um die Release-Tour zu eurem Album oder noch um die Tour zur Single „No Hope“, wie das heutige Konzert?

Gabriel: Wir differenzieren die Tours nicht so sehr, es ist wie ein Übergang, hauptsächlich geht es darum, die Musik zu promoten. Sozusagen kommt eine Show nach der anderen für uns ohne einer großen „Überschrift“.

NFS: Die Frage war dahingehend, da ihr aktuell die genannte Single mit der Tour promotet, im August kommt jedoch schon das Album in die Läden. Was ist an den Tracks neu? Wie viele beinhaltet das Album?

Patrick: Da wir aktuell nicht viel online haben, wird wahrscheinlich vieles neu sein. Aktuell sind nur unsere beiden bekannten Singles online, welche auch auf dem Album zu finden sind, und unser Video zu „Somewhere Else“.

Emma: Es werden 11 Tracks darauf zu finden sein, sie werden komplett anders klingen als das bekannte Material, jedoch alles im gleichen Stil. Wir hoffen natürlich, dass die Leute unser Album mögen, aber eine genaue Einschätzung ist leider nicht möglich, wir lassen uns dahingehend überraschen (lacht).

Kafka Tamura 13.06.2015

www.kafka-tamura-music.com
www.facebook.com/kafka.tamura.music
www.soundcloud.com/kafka-tamura-music

Wir wünschen den Dreien weiterhin viel Erfolg und bedanken uns bei Lichtdicht Records für das Interview!

mf/dre

 

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