Interview: Eskei83

dirty30-IMG_8545

NFS: Mit dem Sputnik Springbreak ging am Montagmorgen das erste große Festival Mitteldeutschlands zu Ende. War es dein erster Springbreak? Und wie fandest du es?

Eskei83: Es war mein erster Spring Break und ich hatte sehr viel Spaß. Neben dem auflegen vor einem guten Publikum hat man außerdem noch die Möglichkeit viele bekannte Gesichter zu treffen! Das ist überhaupt das schöne an Festivals. Man trifft sich Backstage mit so vielen Leuten die man sonst nie alle auf einmal am Start hätte. Besonders cool am Spring Break ist es natürlich auch dass die Leute aus Elektro/Techno und HipHop dann hinter der Bühne zusammen abhängen und Spaß haben.

NFS: Die Festivalsaison hat gerade erst begonnen. Dein Terminkalender ist gut mit zahlreichen Clubgigs und Festivalshows, wie z.B. dem splash! Festival oder den Hip Hop Open, gefüllt. Auf welches Festival freust du dich am meisten und warum?

Eskei83: Beim Splash! zu spielen ist natürlich immer was besonderes. Nach 2011 nochmal wieder kommen zu dürfen, freut mich sehr. Ich hab dieses Jahr einen sehr guten Slot auf einer Bühne und ich freue mich schon da mit so vielen HipHop Fans zu feiern! Aber auch die anderen Festivals sind total cool: Helene Beach Festival in Frankfurt (Oder) wird gut. Da habe ich zwei Slots. Einmal auf der Bühne und einmal im Zelt zur Party. Beim Juicy Beats in Dortmund wird es auch spannend – da soll es ja richtig krass abgehen! Beim HipHop Open spiele ich die offizielle Aftershow Party.

NFS: Immer wieder lädst du Special Guests zu deinen Shows ein, wie z.B. Good Guy beim Sputnik Springbreak. Welche Acts stehen bei den kommenden Festivals mit dir auf der Bühne? Kannst du schon etwas verraten?

Eskei83: Good Guy hat sich sehr gut introduced auf dem Spring Break. Ich werde sehen auf welchen Shows es sich noch anbietet. Unsere Single kommt ja bald, da brauchen wir natürlich Gigs um diese zu promoten. Die Guestlist beim Splash! kann ich leider noch nicht preisgeben :).

NFS: Du hast bereits öfters Shows im Ausland, wie z. B. in den USA, gespielt. Was unterscheidet die Clubs und das Partyvolk im Ausland von denen in Deutschland?

Eskei83: Das kommt ganz auf den Club an. Meistens hat der Club ja einen gewissen musikalischen Style. Generell kann man aber sagen, dass das was ich mache internationaler Sound ist und auch überall gut ankommt. In Ländern mit englischer Muttersprache wird der lyrische Content der Musik halt noch mehr verstanden und die Crowd versteht ein Wortspiel zwischen zwei Tracks oft besser.

NFS: Im April spieltest du drei Shows für die ISAF-Truppen in Afghanistan. Wie ist die Lage dort in den Camps und wie ist bei Stimmung bei den Soldaten?

Eskei83: Die Lage und Stimmung ist nach wie vor angespannt. Es ist ja immer noch ein Krisengebiet wo Soldaten in Kampfhandlungen verstrickt werden. Umso ausgelassener ist dann die Stimmung bei meinen Shows da die Jungs und Mädchen endlich mal abschalten können. Das hat mich sehr gefreut. Stell dir vor du könntest 4-10 Monate gar nicht feiern oder mal eine Live-Show besuchen.

NFS: Wie darf man sich eine Show für die Soldaten in Afghanistan vorstellen? Läuft alles genau so ab wie bei einer normalen Clubshow in Deutschland?

Eskei83: Nee. Es ist ganz anders. Erstmal mussten wir mit 1,8 Tonnen Equipment da runter fliegen, weil halt nichts vor Ort ist. Unser Techniker baut dann auf, ich mache Soundcheck, 20 Uhr startet die Show. Es hat Band Charakter denn ich spiele genau zwei Stunden plus Zugabe.

NFS: Konntest du dich während deines Auftrittes voll auf die Musik konzentrieren oder hattest du auch Bedenken, dass während des Auftrittes etwas passieren kann?

Eskei83: Nur auf die Musik konzentrieren wollte ich mich gar nicht. Ich wollte die Soldaten kennen lernen, mir die Camps angucken und alles etwas mehr verstehen. Aus erster Hand mehr erfahren. Die Shows zu spielen die dann auch noch so extrem gut angenommen wurden, war natürlich ein Highlight. Gefährlich für uns war es zu keinem Zeitpunkt. Wir waren nur in den Camps oder im Flieger. Die Gefährdung für uns war somit relativ gering.

NFS: In einem Interview hast du einmal gesagt, dass ganz genau auf der Outfit achtest bevor es für dich in den Club geht. Warum ist das ausgerechnet für dich so wichtig? Ist dementsprechend auch dein Kleiderschrank gut gefüllt?

Eskei83: Interessante Frage! Ich kann mich da gar nicht dran erinnern. Mittlerweile habe ich mich Outfit mäßig recht gut festgelegt. Neben einem Snapback Cap und einem T-Shirt als Grundlage kombiniere ich Bottom Up Shirts oder einen Hoodie-Zipper. Die ein oder andere College Jacke ist auch dabei. Dazu ein paar Nikes oder Jordans. So gehe ich eigentlich jeden Tag, ob ich nun einen Auftritt habe oder nicht spielt da keine Rolle. Das ich mich jetzt extra für den Club style, kann man also so nicht sagen. Ich lasse im Club mehr meine Musik sprechen, als mir stundenlang zu überlegen ob der rot-Ton der Schuhe jetzt zum Cap passt.

NFS: Ein Traum von dir war es früher einmal bei Bayern München zu spielen. Wie bist du dann doch Auflegen gekommen?

Eskei83: Ja. Das war ein großer Teil meiner Jugend. Ich hab jahrelang Landesliga für Budissa Bautzen gespielt. Leider hat es nicht gereicht. Das Interesse für Musik war schon lange da – mit dem HipHop Boom in Deutschland 1998 wollte ich dann auch unbedingt Teil davon werden. Hab Beats gemacht und angefangen aufzulegen.

NFS: Als DJ bist an Wochenende sowie auch in der Woche viel unterwegs. Wie schaffst du es Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen?

Eskei83: Das ist natürlich nicht einfach. Aber mit einer tollen Frau an meiner Seite ist das machbar. Sie und meine Familie unterstützen mich sehr. Ich versuche in meiner Freizeit komplett Zeit für sie zu nehmen.

NFS: Wo und mit wem wirst du das Champions League Finale schauen?

Eskei83: Das wird sehr witzig. Ich bin in Nördlingen (Bayern) bei AND WE DANCE. Der Veranstalter ist BVB Fan, der Resident-DJ Pyro Bayern Fan. Perfekte Kombination. Wir werden vor Ort alle zusammen gucken!

pw/ber